Liebe Eltern,

heute erreichte uns die MSB-Mail zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Nachstehend möchte ich Ihnen die wichtigsten Aspekte kurz darstellen, allerdings werden wir uns hier in Ruhe mit den einzelnen Faktoren und Vorgaben beschäftigen und auseinandersetzen und Sie in der kommenden Woche erneut kontaktieren, um die konkrete Vorgehensweise zu kommunizieren. Zudem ist damit zu rechnen, dass in einigen Aspekten auch noch vom MSB (Ministerium für Schule und Bildung) nachgesteuert werden wird.

Diese Mail dient dazu, Sie umgehend über die wichtigsten Entscheidungen zu informieren, zumal schon Teilinformationen in den Medien thematisiert werden.

Die wichtigsten Festlegungen des MSB sind:

  • Die Q1 und Q2 kommen ab 22. Februar 2021 wieder in die Schule, zur Klasse 9 gibt es noch offene Fragen, alle anderen Klassen bleiben im Distanzunterricht. - In der Q2 sind verschiedene Modelle der Unterrichtsdurchführung denkbar, da diese aber ins Gesamtkonzept des Distanzunterrichts für die Klassen 5 bis EF und ggf. Q1/Q2 (im Wechselmodell etwa) sowie des Präsenzunterrichts für Q1 und Q2 passen müssen, werden Sie Verständnis haben, dass wir die Optionen zunächst sorgfältig prüfen und abwägen müssen, bevor wir uns für ein Modell entscheiden.
  • Die Notbetreuung (Klasse 5/6) wird aufrecht erhalten, zugleich darüber hinaus auch in Einzelfällen die Möglichkeit der LaD-Begleitung in der Schule.
  • Zur Frage der Kursgröße oder Notwendigkeit der Bildung von Teilgruppen sind die neuen infektionsprophylaktischen Vorgaben abzuwarten.
  • Die sog. Vorabiturklausuren müssen bis spätestens 26.03.2021 geschrieben worden sein.
  • Auch Oberstufenschüler(inne)n kann das Angebot der Nutzung der Notbetreuung zur Optimierung der LaD-Teilnahme gemacht werden.
  • Sportunterricht (Q1 und Q2) ist grundsätzlich möglich, aber unter Auflagen, die die Sportlehrkräfte Ihren Kindern vermitteln werden.

  • Die Lernstandserhebung der Klasse 8 wird ins kommende Schuljahr verschoben (als LSE 9).

  • Alle Klassen der Sekundarstufe I (Klasse 5-9) schreiben im zweiten Halbjahr nur zwei Klassenarbeiten. Sollte im ersten Halbjahr noch nicht die Möglichkeit einer anderen Form der Leistungsüberprüfung genutzt worden sein, ist dies im zweiten Halbjahr möglich. Hier entscheiden die Fachlehrkräfte nach eigenem Ermessen und informieren Ihre Kinder im Unterricht. Durch diese Regelung wird sichergestellt, dass nach dem Lockdown die Schülerinnen und Schüler nicht übermäßig durch Lernerfolgsüberprüfungen beansprucht werden, zugleich aber auch die aktive Teilnahme auch am Distanzunterricht (!!!) bei der Zeugnisnotenbildung entsprechend ins Gewicht fällt.
  • Im laufenden Schuljahr sind Schulfahrten nicht mehr zulässig. (Das hatten wir am Franken-Gymnasium aber bereits so geregelt.)

Liebe Eltern, abschließend möchte ich mich mit einer Bitte an Sie richten. Als Schulleiter und auch als Vater schul- und kindergartenpflichtiger Kinder weiß ich sehr wohl, welche besondere Belastung auf Sie als Eltern durch das Lernen auf Distanz einwirkt, die sie alle Ihre Kinder auf vielfältige Weise unterstützen. Auch ist mir nur zu bewusst, wie sehr unsere Schülerinnen und Schüler - Ihre Kinder - durch diese ungewohnte Art des Lernens auf andere und auch beanspruchende Weise gefordert sind und sich täglich ungewohnten und nicht selten wenig kindgerechten Herausforderungen stellen. Sie alle leisten in neuen Bereichen ganz Erhebliches!

Dennoch möchte ich diese Mail nutzen, mit Ihnen unsere Lehrkräfte in den Blick zu nehmen, die in einer Weise, die Außenstehende nicht immer nachvollziehen können, gefordert und belastet sind, zum Teil bis an die Grenze des Zumutbaren (oder darüber hinaus), denn Distanzunterricht verlangt eine Vielzahl von Kommunikationskanälen und -prozessen. Nicht zuletzt suggeriert die Lernplattform auch den Eindruck einer eben nicht angemessenen ständigen Erreichbarkeit der Lehrkräfte auch an Abenden oder Wochenenden. Die individualisierte Feedbackgestaltung, die im Vergleich zum Distanzunterricht um ein Vielfaches mehr Zeit benötigt, vereinnahmt und beansprucht unsere Lehrerinnen und Lehrer, die alle gerne und engagiert Ihre Kinder betreuen. Das führt aber zum Teil zu Arbeitswochen mit fünfzig, manchmal sechzig Arbeitsstunden - jede Woche. Daher habe ich folgende Bitte: Lassen Sie uns, d.h. Ihren Kindern, sich selbst und den Lehrkräften, die Karnevalspause. Ich weiß mich in Übereinstimmung mit Eltern, Lehrer(innen)- und Schüler(innen)vertretern der Schulkonferenz, wenn ich sage: Die ganze Schulfamilie, wir alle brauchen vier Tage Distanz vom Distanzunterricht. Lassen Sie uns alle Luft holen, durchschnaufen, ein wenig Kraft tanken, Pause machen. Es mag eine kurze Pause ein, aber wir alle sollten sie nutzen.

Denn wir sitzen alle in einem Boot, ob wir rudern oder uns erholen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Bitte geben Sie gut auf sich und Ihre Lieben acht!

Herzliche Grüße

Joachim P. Beilharz, OStD