Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,
ab Dienstag, den 26.05.2020, öffnet das Franken-Gymnasium wieder seine Pforten für alle Schülerinnen und Schüler. Dazu sind Ihnen neuartige und zugegeben ungewöhnliche Stundenpläne und Ablaufregelungen, etwa zur Hygiene und Unterrichtstaktung, zugegangen.
Uns ist durchaus bewusst, dass wir zu vielen Fragen keine perfekte Lösung gefunden haben. Das ist derzeit meines Erachtens auch nahezu unmöglich. Gleichwohl sind wir der Überzeugung, dass das von uns entwickelte Beschulungskonzept hinsichtlich Auswirkungen und Begleiterscheinungen unter den aktuell gegebenen organisatorischen und hygienischen Rahmenbedingungen sozusagen das kleinste Übel darstellt – alternative Überlegungen führten zu vergleichsweise deutlich größeren Nachteilen, Ungleichbehandlungen und Komplikationen.


Allerdings oder immerhin können wir unseren Schülerinnen und Schülern in der Regel – ohne Berücksichtigung der Zeugnisausgabe, die noch geregelt werden muss – wenigstens jeweils drei, zum Teil vier Unterrichtstage bis zu den Sommerferien bieten. Angesichts der erforderlichen Lerngruppendrittelung (!) ist mehr Unterricht unter den gegebenen Abstandsregeln nicht möglich.
Doch möchte ich betonen, dass die Drittelung nur die Klassen betrifft. Die Lehrkräfte werden teils hundertprozentig, oft mindestens achtzigprozentig – gemessen an ihrer Unterrichtsverpflichtung – im Einsatz vor Ort sein. Lediglich im Bereich des Religionsunterrichts und der WP-I- und WP-II-Fächer lassen erneut die Hygienebestimmungen keine Unterrichtung zu, sodass bezüglich dieser Unterrichte hier – soweit organisatorisch und gesamtkonzeptionell möglich – Schule weiterhin und ausschließlich im LaD stattfinden muss. Dies impliziert, dass
• zum einen die Präsenzzeit in der Schule bei den Lehrkräften um das Dreifache bis hin zum Vier- und Fünffachen höher ist als bei den Schülerinnen und Schülern,
• zum anderen die Schülerinnen und Schüler ein Vielfaches der Zeit für LaD zur Verfügung haben, die bei Lehrkräften – wenn überhaupt – durch Präsenzunterricht nur verbleibt,
• vermeintlich nebenbei eine gestraffte, aber in keiner Weise weniger aufwendige Abiturprüfung realisiert und gewährleistet werden konnte und kann.
Daher möchte ich um Verständnis bitten, dass das LaD zunächst (d.h. im Restschuljahr) – außer bei Risikolehrkräften – deutlich weniger berücksichtigt und betreut werden kann und wird, da das Abitur und die Ermöglichung von Unterricht vor Ort absoluten Vorrang haben.
Denn wir hoffen, auf diese Weise das Schuljahr bzw. die pädagogische Arbeit mit Ihren Kindern zu einem irgendwie doch noch möglichst normalen Abschluss zu bringen und die Zeit nach den Sommerferien, die ja hinsichtlich der Erfordernisse noch nicht absehbar ist, bestmöglich vorzubereiten. Spätestens dann, ggf. noch vor den Sommerferien, werden uns digital und organisatorisch konsolidierte Möglichkeiten sowie konzeptionell ohne Eile entwickelte Abläufe, Absprachen und Leitlinien deutlich besser aufstellen, denn wir wollen das neue Schuljahr – unter welchen ministerialen Vorgaben auch immer – möglichst umsichtig vorbereitet angehen.
Noch vor den Ferien werden wir Ihnen daher hoffentlich belastbare Informationen für das kommende Schuljahr zukommen lassen können, doch werden Sie gewiss Verständnis haben, dass diese Mitteilungen letztlich nur vorbehaltlich weiterer ministerialer und anderer Vorgaben ergehen können – ein verlässlicher Blick in die Zukunft über nahezu zwei Monate hinweg scheint derzeit schwierig, wenn nicht gar unzu(ver)lässig. Sollten wir nachsteuern müssen, werden wir auch das im Sinne aller Mitglieder unserer Schulfamilie sensibilisiert, reflektiert und engagiert angehen.
Die Zeit bis dorthin, aber auch nach den Sommerferien werden wir nur bewältigen, wenn wir weiterhin konstruktiv und empathisch miteinander umgehen und uns auch auf Situationen einlassen, die wir uns anders wünschen würden.
Für Ihr Verständnis und Ihre Geduld in den letzten Wochen sowie Ihren häuslichen Einsatz als „Ersatzlehrer(innen)“ danke ich Ihnen ebenso wie für Ihre ermutigenden und wertschätzenden Rückmeldungen, die uns – Schulleitung und Lehrer(innen)kollegium – immer wieder erreich(t)en.
Im Gebäude gilt: zusammen Abstand halten. Grundsätzlich gilt: zusammenhalten. Im diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen weiterhin Gesundheit und Zuversicht.
Herzlichst
Joachim P. Beilharz
Schulleiter