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die welle 2025Wir alle kennen „Die Welle“. Egal ob als Buch von Morton Rhue oder als gleichnamiges deutsches Filmdrama. Beide Versionen basieren auf dem Experiment „The third wave“ von einem amerikanischen Geschichtslehrer. Dieser fragte sich gemeinsam mit seiner Klasse, ob faschistische Ideen auch noch heutzutage Anhänger finden. Jedoch wurde dieses Experiment schon 1967 durchgeführt und auch der erwähnte deutsche Film ist bereits 17 Jahre alt. Das macht sie nicht weniger glaubwürdig, doch trotzdem bleibt die Frage: Findet faschistisches Gedankengut auch im Jahre 2025 noch Anhänger?

Eben jene Frage wurde uns am Montag, den 15. Dezember 2025, vom DAS DA THEATER Aachen hier bei uns im Forum beantwortet. In rund 100 Minuten und acht Tagen innerhalb des Stücks zeigten die Darsteller den anwesenden Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis Q1, wie ein solches Experiment in der heutigen digitalen Welt verlaufen würde. Dabei haben sie das komplexe Thema perfekt in ein alltägliches Szenario, zwischen Schule, Fußball und Freizeit, eingebettet. Mit nur wenig Materialien, aber dafür mit sehr viel schauspielerischem Talent haben sie es geschafft, eine Geschichte zu erzählen, die auch „Nicht-Theater-Fans“ gefällt.

2die welle 2025In der Geschichte durften wir sechs Figuren, drei Jungen sowie drei Mädchen und natürlich ihren Geschichtslehrer verfolgen. Dieser Lehrer will mit seinen Schülern etwas ganz Besonderes machen, etwas, das weit über normalen Unterricht hinausgeht. Also rufen sie das Schulprojekt „Die Welle“ ins Leben, welches dem Leitspruch „Stärke durch Disziplin, Kraft durch Gemeinschaft, Macht durch Handeln“ folgt. Doch was im Klassenzimmer beginnt, breitet sich schnell aus. In der Fußballmannschaft und in der gesamten Schule findet „Die Welle“ sofort neue Anhänger. Denn in dieser Gemeinschaft ist jeder willkommen. Erst scheint sie noch ruhig, mit gleichen Hoodies für alle, einer eigenen Hymne oder einem gemeinsamen Symbol – natürlich eine Welle. Doch schon bald überschreiten die Anhänger ihre Grenzen: Es kommt zu Mobbing und Schlägereien. Nun erheben sich zwei der sechs Figuren, die digital und per Schülerzeitung gegen „Die Welle“ vorgehen. Die Geschichte gipfelt in einem Streit zweier Figuren sowie in einer Ansprache, in der der Geschichtslehrer das Schulprojekt auflösen muss.

Während der gesamten Darbietung konnte man eine durchdachte Erzählung erkennen, die ein komplexes Thema realistisch und zugleich interessant wiedergab. Dementsprechend fiel auch das Feedback sehr gut aus, denn als Zuschauer hat man sich förmlich hineingezogen gefühlt. Schließlich handelt es sich auch um ein sehr wichtiges Thema.

Insgesamt kann man diese Darbietung als absolut gelungen bezeichnen. Mit einer spannenden Geschichte, schauspielerischem Talent und einem perfekten Bezug zur heutigen Zeit überzeugte das Theaterstück uns wahrscheinlich alle. Es zog uns in seinen Bann, während es gleichzeitig offenbarte: Ja, faschistisches Gedankengut findet auch im Jahre 2025 noch Anhänger. Natürlich müssen wir uns nun auch nicht fürchten, dass Faschismus nach Deutschland zurückkehrt, doch trotzdem ist es wichtig über ein solches Thema informiert zu sein, denn vergessen werden darf es nicht – erst recht nicht heutzutage. Und durch das Theater wurde dieser Auftrag mehr als erfüllt.

Von Lukas Joist, Klasse 9