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Juniorakademie 2026„Schule in den Ferien“ sowie „Lernen und dabei Spaß haben“ klingt für viele erstmal unmöglich und nicht wirklich spannend. Die Juniorakademien 2026 haben uns allerdings das komplette Gegenteil bewiesen. 
Die Juniorakademien NRW ermöglichen es interessierten Jugendlichen aus den Stufen 8 und 9, gemeinsam mit Gleichaltrigen Themengebiete zu erforschen, die im regulären Unterricht nicht so behandelt werden könnten. Das können naturwissenschaftliche oder auch gesell- oder geisteswissenschaftliche Themen sein. Außerdem kann man an vielen verschiedenen sportlichen, musikalischen und kreativen Angeboten teilnehmen. Während unserer Zeit dort haben wir gemerkt, dass es noch viel mehr ist. 


Als wir im März für die Juniorakademie nominiert wurden, wussten wir sehr wenig darüber, hatten keine genaue Vorstellung und tausend Fragen im Kopf. Wir fanden das Ganze dennoch total interessant.
Deshalb entschieden wir uns dazu, einige Erfahrungsberichte zu lesen (die alle positiv waren) sowie uns die verschiedenen Kursangebote anzuschauen und kamen zu dem Entschluss, dass wir uns auf jeden Fall bewerben möchten.

Isa Rube, 10a:

Ich wählte den Kurs „Nanotechnology“ als ersten Wunsch und „Psychologie“ als zweiten Wunsch.

Als Nächstes stand der Bewerbungsprozess an. Nachdem ich Mitte April alle Unterlagen abschickt hatte, hieß es, auf eine Rückmeldung zu warten. Denn von etwa 315 Bewerbern konnten leider nur 128 angenommen werden. Ich war mir deshalb tatsächlich unsicher, ob ich genommen werden würde, und machte mir keine allzu großen Hoffnungen.
Als ich dann Ende Mai meine E-Mails öffnete und eine Bestätigung zur Teilnahme sah, war die Freude umso größer. Ich bekam einen Platz im Kurs „Nanotechnology“, der vom 11. bis zum 21. August in Ostbevern auf dem Internatsgelände des Schlosses Loburg (Gymnasium Johanneum) auf Englisch stattfand.

Am 11. August war es also soweit und wir fuhren ca. 2 Stunden nach Ostbevern. Ich habe mich total gefreut, aber mit der Freude kamen auch Gedanken darüber, wie die Leute sein werden, ob der Kurs überhaupt Spaß machen wird und ob der Alltag nicht zu stressig sein würde. Da wusste ich noch nicht, dass es eine fantastische Zeit werden wird und all meine Sorgen sich widerlegen würden.
Als wir ankamen, bekamen wir zunächst unsere Zimmer, konnten Koffer auspacken und warteten draußen, bis die Eröffnungsfeier losging. Dabei hatte man bereits die Möglichkeit, andere kennenzulernen. Schon zu dem Zeitpunkt, also bevor es überhaupt losging, lernte auch ich viele nette Menschen kennen, mit denen ich die gesamte Akademie verbracht habe. 
Nach der Feier wurden ein paar Kennenlernspiele mit allen 64 Teilnehmern gespielt, und anschließend ging es für uns zum ersten Mal in die jeweiligen Kurse.
Dort lernten wir unsere Kursleiter kennen: einen ehemaligen Chemielehrer aus London (Peter Henley-Smith) und einen deutschen Physikstudenten (Leonard Münchenbach). 

Außerdem bekamen wir einen ziemlich straffen Zeitplan für die kommenden Tage. 
Die Tage starteten morgens mit freiwilligem Frühsport. Dort wurden beispielsweise Badminton, Joggen, Calisthenics oder Yoga angeboten. Die anderen Aktivitäten des Tages waren verpflichtend. Nach dem Frühstück und dem täglichen gemeinsamen Treffen in der Aula hatten wir von 9:00 bis 12:30 Uhr Kurszeit, die ausschließlich auf Englisch stattfand. Neben „Nanotechnology“ gab es bei diesem Standort auch noch die Kurse „Investigating the physical universe“, „Acoustics – Math meets music“ und „The flipside of climate change“.

Im Kurs „Nanotechnology“ haben wir anfangs sehr viel physikalische und chemische Theorie behandelt und jeweils eine Präsentation, die wir im Vorfeld vorbereiten sollten, vorgestellt, zum Beispiel über Carbon Nanomaterials, Nanomedicine, Optical and Electron Microscopes oder Top-down- und Bottom-up-Verfahren.
Zwischendurch war es für uns definitiv etwas kompliziert und recht anspruchsvoll (was ja aber auch der Sinn ist). Man konnte allerdings jederzeit Fragen stellen, auf die immer nett und ausführlich eingegangen wurde. Deshalb war das überhaupt kein Problem und trotzdem sehr interessant.
In den folgenden Tagen haben wir viele verschiedene Experimente durchgeführt. 
Wir haben Feuer gespuckt (das war mit am coolsten), Orbitale erforscht, die Größe eines Moleküls anhand eines Experiments berechnet, den Lotus- und Salvinia-Effekt getestet, ein Atomic Force Microscope aus Lego und Laserpointern gebaut, Kohlenstoff in verschiedenen Formen nachgebaut (zum Beispiel Fullerenes oder Nanotubes), Memory Metal getestet, ein Zoom-Meeting mit einem Nanotechnologen gehabt oder mit Fire Protection Spray experimentiert und vieles mehr.
Die Atmosphäre war sehr entspannt, und es hat mehr Spaß gemacht als normaler Unterricht.

Nach dem darauffolgenden Mittagessen ging es für uns von 14:00 bis 16:00 Uhr entweder in den Chor oder zum Sport. Der Chor war die ersten beiden Tage verpflichtend, da wurden Lieder wie Believer, Ordinary oder Viva la vida gesungen. Danach musste man sich für eins von beiden für die ganze Zeit entscheiden, ich entschied mich für den Sportkurs.
Dort haben wir viele verschiedene Sportarten gemacht, darunter eine mega lustige Wasserolympiade mit anschließender Wasserschlacht und Wassereis, Volleyball, Badminton, Brennball, Hockey und Handball. Das war ein sehr schöner Ausgleich zum Kursunterricht, mit dem es anschließend bis 18:00 Uhr direkt weiterging. 

Nach dem Abendessen kamen meiner Meinung nach die coolsten Angebote des Tages: die KüAs. Das sind kursübergreifende Angebote, bei denen jeder etwas vorbereiten musste, das er gut kann, und es den anderen sozusagen als „Workshop“ anbot. 
Man konnte sich jeden Tag bei zwei von meistens acht Angeboten eintragen, die jeweils 70 Minuten dauerten. Dabei war besonders schön, dass man unter anderem Dinge ausprobiert hat, die man sonst vielleicht nicht machen würde. 
Es gab eine große Auswahl an Angeboten. Am meisten Spaß machten mir Selbstverteidigung, Tischtennis, Bollywood-Tanz, Badminton, Jonglieren und Garde-Tanz sowie kreative Angebote wie Origami, Journaling, Improtheater (war ziemlich lustig), Malen, Armbänder knüpfen, Knoten lernen oder Persönlichkeitstests. Auch Poker oder gemeinsames Singen mit Klavier wurden angeboten.

Am 12. August haben wir statt der KüAs gemeinsam die Sonnenfinsternis beobachtet, was ein sehr besonderes Erlebnis war. 

Das Beste an der Juniorakademie waren für mich allerdings die Menschen. Denn es waren so viele nette und offene Menschen dort, mit denen ich die ganze Zeit verbracht habe. Wir haben gemeinsam gelernt, Sport gemacht, ständig gelacht und den Alltag miteinander verbracht. Schon nach wenigen Tagen hatte man das Gefühl, die anderen bereits viel länger zu kennen.
Dadurch sind in diesen elf Tagen echte Freundschaften entstanden, die auch über diese Zeit hinaus noch bestehen bleiben. 

Am letzten Tag hielt jeder Kurs vor allen Eltern und Vertretern des Schulministeriums eine selbst gestaltete Präsentation über die gelernten Inhalte, der Chor sang und das Orchester spielte. Anschließend bekam jeder eine Urkunde überreicht und dann mussten wir leider auch schon Abschied nehmen, was allen sehr schwerfiel. 

Insgesamt bin ich mehr als froh, an der Juniorakademie teilgenommen zu haben. Vor allem deshalb, weil ich mich weiterentwickelt habe, viele nette Leute kennengelernt habe und die Akademie dadurch nicht nur auf Lernen basierte, sondern auch unglaublich lustig und schön war. Nichtsdestotrotz sollte man sich bewusst sein, dass ein großer Teil der Zeit aus recht intensiver Kurszeit besteht und man nie richtige Freizeit bekommt, was für mich persönlich kein Problem war, da mich Nanotechnologie interessiert und dann der Sport und die KüAs quasi „Freizeit“ waren. 

Ich würde die Juniorakademie jedem, der darüber nachdenkt, sich zu bewerben, definitiv empfehlen. Für mich war die Juniorakademie auf jeden Fall eine prägende, unvergessliche Zeit voller Erinnerungen und ich würde ohne Zweifel immer wieder daran teilnehmen. 



Lukas Joist, 10b:

Mein Erstwunsch war Psychologie, weil ich es persönlich am spannendsten fand – man hat zwar schon viel darüber gehört, aber besonders viel darunter vorstellen kann man sich oft nicht (so war es anfangs auch bei mir). Da ich mich so auf die JuniorAkademie und auf meinen Kurs gefreut hatte, war die Begeisterung natürlich groß, als ich angenommen wurde – nicht nur bei mir, sondern bei meiner gesamten Familie.
Der Psychologiekurs wurde am Standort in Jülich (es gab auch noch eine Akademie in Ostbevern) angeboten. Dort gab es aber auch die Kurse Microcontrolling, Graphentheorie und KI.
In den Kursen hatten wir dann einmal von 8:00 bis 12:30 Uhr und von 16:00 bis 18:30 Uhr „Unterricht“. Allerdings ganz anders, als man es aus der Schule kennt – und die Zeit ist nahezu verflogen! Denn neben den sehr informativen, aber gleichzeitig auch lockeren Vorträgen der zwei Kursleiter (beide Psychologen an der Universität Bonn) konnten wir zahlreiche Gruppenarbeiten machen oder auch im gesamten Kurs über ein Thema diskutieren – das haben wir auch definitiv genutzt. Außerdem wurde uns alles sehr alltagsnah oder auch scherzhaft erklärt, was die Atmosphäre einfach sehr locker gemacht hat.
Allerdings haben wir nicht nur einiges über Psychologie dazugelernt, sondern auch über uns selbst: Jeder von uns konnte einmal einen Persönlichkeitstest oder einen Interessentest machen. Damit konnte man prüfen, ob man tatsächlich so offen ist, wie man glaubt, oder welcher Job denn am besten zu einem passt – und wir haben uns alle in unserem Persönlichkeitstest wiedergefunden.
Die letzten drei Tage hatten wir dann sogar Zeit, selbst einmal Experimente zu planen. Unter anderem wollten wir testen, ob man mit Traubenzucker denn wirklich in einer Prüfung besser abschneidet – das sagen schließlich viele. Dafür haben wir uns einen Abschnitt aus einem IQ-Test genommen (den wir vorher selbst gemacht haben) und ihn von einer Gruppe mit und einer Gruppe ohne Traubenzucker schreiben lassen. Leider hat sich herausgestellt, dass Traubenzucker nicht für bessere Ergebnisse sorgt – eigentlich schade.
Aber nicht nur das, was wir gemacht haben, sondern auch unsere Kursleiter waren einfach großartig. Obwohl sie schließlich Experten sind, haben sie jedes Thema erklärt, als wären wir auf der gleichen Ebene. Darüber hinaus konnten wir auch nach den Kursstunden zu ihnen kommen, um Fragen zu stellen. Egal, ob zum Thema, zu Berufswünschen oder wegen anderer Sachen – sogar einfach nur für ein nettes Gespräch.
Nach der ersten Kursschiene von 8:00 bis 12:30 hatten wir Mittagessen und kurz darauf Chor. Obwohl ich wirklich nicht gut singen kann, war es sehr schön. Wir haben erst kleine Spiele gespielt, um uns „warm zu machen“, und danach haben wir gesungen. Es war alles dabei, von „Viva la vida“ bis hin zu „Nassaja“ aus Tabaluga – aber auf die Lieder kam es eigentlich gar nicht an, denn es hat einfach Spaß gemacht, mit allen anderen zusammen zu singen.
Ab dem dritten Tag hatten wir dann keinen Chor mehr und konnten zwischen den Kursen Zeit mit unseren neuen Freunden verbringen. Wir konnten einfach nur reden, Spiele (am beliebtesten war wahrscheinlich „Werwolf“) spielen oder die Basketballkörbe/Tischtennisplatten nutzen. Mir hat das sehr gut gefallen, weil man die anderen Teilnehmer so noch besser kennenlernen konnte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle super sympathisch sind und man mit seinen neuen Freunden eine fantastische Zeit verbringen kann.
Die JuniorAkademie ging insgesamt zehn Tage lang und keiner davon war auch nur ansatzweise langweilig! Ehrlich gesagt hätten wir wahrscheinlich alle noch zehn Tage länger in Jülich bleiben können. Zum Glück ist die JuniorAkademie noch nicht das Ende, denn nun wurden wir in den CdE (Club der Ehemaligen) eingeladen, der die neuen Akademien und auch ein Nachtreffen organisiert. Ich finde es super, dass es solche Möglichkeiten gibt: Ich konnte viele sympathische Menschen kennenlernen und kann so mit ihnen in Kontakt bleiben. Passend dazu wurde uns der CdE mit dem Titel „This is not the end“ (Das ist nicht das Ende) vorgestellt.
Natürlich kann man aber auch privat noch Kontakt mit anderen Teilnehmern halten. Schon in der JuniorAkademie hatten wir einen WhatsApp-Chat mit allen Teilnehmern, in den immer noch regelmäßig geschrieben wird. Aber auch mit meinen Freunden stehe ich noch in Kontakt und bin zum Beispiel zu einem Geburtstag eingeladen – ich freue mich auch schon!
Zusammenfassend fand ich die Zeit in der JuniorAkademie einfach großartig. Ich konnte so viele neue Dinge dazulernen, aber auf eine witzige, lockere Weise. Außerdem habe ich unzählige neue Menschen kennengelernt, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe! Ich konnte so viele Erinnerungen sammeln und freue mich gleichzeitig schon wieder darauf, all meine Freunde wiederzusehen.
Wie man wahrscheinlich merkt, kann ich die JuniorAkademie nur weiterempfehlen. Falls jemand überlegt, sich zu bewerben oder noch nicht sicher ist, würde ich ihm empfehlen, es „einfach zu tun“. Denn es handelt sich um eine wundervolle Zeit, die man sicher nie vergessen wird!